Promotion: Chico & Shy – Solid

Heute möchte ich mal etwas Promotion für meinen neuen Track „Solid“ machen, den ich zusammen mit Chico (Resident der Muschi Club Partyreihe) produziert habe. Der Track ist zwar noch nicht als MP3 oder Vinyl erhältlich, aber ein Youtube-Video habe ich damit bereits gefunden:
httpv://www.youtube.com/watch?v=XairygxUACc

Bässe abmischen

Um einen Bass richtig abzumischen verwendet man am Besten 1. einen EQ seines Vertrauens, 2. einen Kompressor und 3. einen Limiter. Alle Plugins werden in der angegeben Reihenfolge als Insert-Effekt in den Kanal gelegt.

Der Equalizer (EQ)

Der EQ dient in diesem Fall nicht der Klangbildung sondern dazu, Peaks in der Resonanz zu finden und zu eleminieren. Der Q-Wert (oder Resonanz-Wert) sollte erstmal sehr hoch eingestellt werden, Anschließend stellt man den Gain auf den maximalen Wert. Nun durchsucht man den Frequenzbereich nach Resonanzen. Eine Resonanz erkennt man daran, dass der Lautsprecher entweder zu verzerren beginnt, oder es einfach in den Ohren schmerzt. Wenn man nun eine Resonanz gefunden hat, setzt man den Gain <0 und eleminiert die Resonanz. Im Bass-Bereich sollte man natürlich vorsichtig sein bei der Elimination, da man sich sonst die Kraft aus dem Bass nimmt.

Der Kompressor

Der Kompressor dient dazu, dem Bass etwas mehr Punch zu verleihen. Hier jedoch eine allgemeingültige Aussage zu treffen ist nicht möglich. Daher beschreibe ich einfach die Werte des Kompressors, mit denen ich meistens meinen Bass mische. Die Attack-Zeit stelle ich meistens zwischen 1ms und 30ms ein, der Release bei ca. 50ms bis 150ms. Der Kompressionsfaktor liegt selten > 4.

Der Limiter

Zum Schluss in der Kette liegt der Limiter. Dieser soll erstens die Lautstärke, die wir durch die Kompression verloren haben, wieder erhöhen. Aber was wesentlich wichtiger ist, dient er zweitens dazu die Peaks, die der Kompressor erzeugt, abzufangen.  Durch gezielten Einsatz des Input-Gains läßt sich ein schöner, in allen Frequenzen gleichmäßer Bass erzeugen, der ja bekanntlich in vielen Liedern das Fundament bietet.

Probiert es einfach mal selbst aus und schreibt mir eure Erfahrung wenn Ihr möchtet.

Wenn’s mal beim Kollegen nicht klappt…

Falls ihr mal auf die Idee kommt euer Projekt beim Kollegen abmischen zu lassen, ist es eigentlich am Besten ihm Einzelspuren zu geben. Falls man dennoch das gesamte Projekt abgibt, da z.B. Side-Chain Kompressoren verwendet wurden, und der Kolege diese Datei partout nicht geöffnet bekommt, kann es daran liegen, dass ihr unterschiedliche Version der Plugins verwendet. Daher mein Rat: Haltet eure Software aktuell!

Ein Beispiel: die Play-VST-Engine von East-West ist nicht abwärts-kompatible. Projekte, die mit der Play-VST V2.0.21 erzeugt wurden, lassen sich nicht un Sequenzern mit Play-VST V2.0.10 öffnen.

Eine kleine Vorabversion

Hier fehlen noch ein paar Doppelungen im Piano, ein paar Effekte und die Feinarbeiten; und natürlich das Mastering, aber ich finde, der Track groovt schon ganz gut:

[soundcloud track dennisschey project1_beta]

Alternative zur klassischen Summen-Kompression

Viele Produzenten verwenden zum Sättigen und Komprimieren der Summe einen Kompressor als Insert Effekt. Dabei geht jedoch meistens der Punch verloren.

Eine sinnvolle Alternative ist, alle Kanäle vor dem Master-Fader nochmal in eine Gruppe zu schicken und dort den gewünschten Kompressor per Effekt-Send hinzuzumischen.
Dabei bleibt der Punch in der Summe bestehen und bekommt trotzdem die Sättigung und Kompression.

Die Beispiele dazu folgen in den nächsten Tagen.

Out Now!! Chico & Shy – Fade Away at Beatport.com

Chico & Shy – Fade Away at Beatport.com

Fade Away brings back old school memories combining the stunning kinda Moby female vocals to fat beats and samples, with a particular melody and charme to form its very own identity. SmallDog label boss Morris T reworks the track with a deeper vibe using dubby chords and a funky moving bassline that gives the mix an hypnotic feeling! Another strong release on the SmallDog label!

Mal etwas gesponnen: 12 Kerne, 6 Grafikkarten, CUDA3 & Stream

Manchmal kommt man als Softwareentwickler und Musiker ins Schwärmen, wenn man die aktuellen News liest und beginnt sich etwas zusammenzuspinnen:

Wäre es denn nicht für Tonstudios interessant, VST-Plugins auf Basis der Nvidia CUDA Schnittstelle(CUDA3 ist erschienen) oder AMD’s Stream einzusetzten wenn man das nötige Mainboard hat? Das auf Golem.de vorgestellte Mainboard der Firma EVGA unterstützt 2 CPUs mit jeweils 6 echten Kernen (6x Cores + 6x Hyperthreading) und besitzt 6 Slots für Grafikkarten. Dies würde die CPUs des Rechner, trotz der 6 Cores,  massiv entlasten und den Musikern zusätzlichen Freiraum bieten, auch qualitativ hochwertige und rechenintensive Plugins mehrfach einsetzen zu können!

Was meint Ihr dazu? Schreibt mir Eure Meinung!

5. Tipp: Mikrofon-Aufnahmen immer am Stück vornehmen

Damit eine Gesangs- oder Instrumentenaufnahme im Lied immer den Klang beibehält sollte die entsprechende Audiospur immer am Stück aufgenommen werden.

Wenn zum Beispiel bei einer Mehrsession-Aufnahme der Sänger die erste Strophe vormittags aufnimmt und die zweite nachmittags, klingt seine Stimme anders (entweder rauher oder geschmeidiger). Ein Instrument hat bei einer zweiten Aufnahme vielleicht nicht mehr den richtigen Abstand zum Mikrofon oder der Gitarrist verwendet versehentlich eine anderes Plektron.

Man erspart sich also bei einer einzelnen Aufnahme-Session die Fehlersuche, das Nachmischen per EQ und die Lautstärkeanpassung.

Panning von Stereo-Mischungen

Eines der Themen, dem viel zu wenig Beachtung beigesteuert wird, ist das Panning in Stereo-Mischungen.

  1. Einleitung
  2. Die Verteilung von Instrumenten im Raum
  3. Verteilung der Delay und Reverb Effekte im Raum
  4. Das Lautstärkeproblem
  5. Echte Positionierung mittels Delay
  6. Erzeugen eines Stereopannings mit einer Monoaufnahme

Einleitung

Eine gute Stereo-Summe läßt den Hörer ein Bild einer Band in den Lautsprechern aufbauen, in der jeder Musiker seinen räumlichen Platz besitzt.
Doch wie kommen wir zu einer solchen Mischung? – Dazu muss einem bewußt werden, dass die Lautsprecher eine Bühne darstellen auf dem jeder Musiker mit seinem Instrument seinen Platz hat.

Die Verteilung von Instrumenten im Raum

Wenn ein Lied aufgrund vieler Instrumente undurchsichtig klingt, liegt es in vielen Fällen daran, dass die Instrumente im Stereobild nicht richtig verteilt wurden:

Zu viele Instrumente, die im gleichen Frequenzspektrum liegen, kommen aus dem gleichen Lautsprecher.

Meistens wird dann versucht diese Instrumente per EQing im Frequenzspektrum voneinander zu trennen. Die Wirkung: Die Instrumente klingen nicht mehr satt und dem Lied fehlt es an Kraft.

Eine einfache Lösung dieses Problems ist die Verteilung der Instrumente auf die beiden Lautsprecher, das eigentliche Panning, und eventuelles Nachregeln mit (ein wenig) EQ und Lautstärke.

Stellt euch den Raum der Bühne als ein Blatt Papier vor. Die X-Achse stellt das Stereobild dar, die Y-Achse die Frequenzverteilung von unten (tiefe Frequenzen) nach oben (hohe Frequenzen). Zeichnet anschließend für jedes Instrument aus Eurem Mix einen Kreis oder Oval so ein, wie ihr glaubt, dass es das Instrument gut repräsentiert.

Ihr könnt den Kreis sowohl in der Y-Achse größer machen, wenn das Instrument viele Frequenzen benötigt, als auch in der X-Achse, wenn das Instrument aus einem sehr räumlichen oder stereobreiten Klang besteht.

Schnell werdet Ihr feststellen, dass einige Instrumente sich überlappen, wenn ihr diese nicht gut im Stereobild verteilt habt.
Durch eine Neuanordnung auf dem Papier und anschließende Umsetzung am Mischpult erzeugt Ihr ein schönes, sauberes Klangbild.

Verteilung der Delay und Reverb Effekte im Raum

Wie das Instrument selbst hat auch der Effektanteil einen nicht unwesentlichen Anteil am Gesamtklang. Klingt der Reverb zwar gut, ist aber im Gesamtmix zu präsent, kann ein Reverb oder Delay mit gegenteiliger Einstellung zum Panning des Instrumentes wahre Wunder bewirken.

Z.B. liegt die Gitarre halb links im Panning, erzeugt der Reverb mit Einstellung halb rechts einen wunderbaren räumlichen Klang. Gleich verhält es sich beim Delay. Wichtig ist, dass es nicht nur einen Reverb/Delay Effektkanal, sondern mehrere mit unterschiedlichen Panning zur Auswahl gibt.

In einem späteren Artikel werde ich mich noch mit dem Thema Tiefenstaffelung beschäftigen.

Das Lautstärkeproblem

Das Problem ruht auf der Tatsache, dass ein Signal aus zwei Lautsprechern (Panning-Regler in der Mitte) dopppelt so laut ist, wie das gleiche Signal, dass aber nur aus einem Lautsprecher kommt (Panning-Regler ganz links oder ganz rechts).

Daher bieten einige Sequenzer eine Einstellung zur Panning-Lautstärke beim Vollausschlag an. Dieser Einstellung verringert die Gesamtlautstärke des Kanals um -3DB oder -6DB (je nach Einstellung) wenn der Panning-Regler in der Mitte steht. Es wird dann automatik die Lautstärke angehoben, wenn der Panning-Regler nach links oder rechts verschoben wird.

Echte Positionierung mittels Delay
Zur wirklich guten Raumpositionierung eines Klanges oder Instruments reichen die unterschiedlichen Lautstärken aus dem rechten und linken Lautsprecher nicht aus.

Wer mal eine Gitarre mit einem Stereomikrofon aufgenommen hat, kennt den gravierenden Unterschied zur Monoaufnahme mit Panningregelung.

Wodurch unterscheidet sich eine Stereoaufnahme eines (Mono-)Instruments von einer Monoaufnahme?

Ganz simpel gesagt: das Delay macht den Unterschied.
Eine Stereoaufnahme mit nicht-mittig positionierten Instrumenten erzeugt immer ein Delay auf der gegenüberliegenden Seite. Im Extremfall, also vollständiges Panning zu einer Seite kann das Delay bis zu

0,5 Millisekunden betragen, oder wer es samplegenau wissen will:

Delay = Abtastfrequenz / 10 * Maximaldelay von 0,5.

Bei 44100 hz wären es 2205 Samples.

Erzeugen eines Stereopanning mit einer Monoaufnahme
Durch Verwendung eines Stereodelays als Insert-Plugin läßt sich dieser Effekt nachbauen. Dazu wird das Delay auf der Seite des Instruments auf ein Minimum reduziert, der anderen Seite ein Delaywert von maximal 0,5 Millisekunden zugeteilt. Zum Schluss wird das Feedback sowohl links als auch rechts auf 0 setzt. Damit das Delay auf der gegenüberliegenden Seite noch hört wird, sollte das Panning nicht vollständig in eine Richtung verschoben werden.

Nun haben wir aus einer Monoaufnahme eine Stereoraumverteilung geschaffen, der wir nun mittel Delay und Reverb in den Effektkanälen zusätzlich die Tiefenwirkung verstärken können.